Schmalspießer beurteilen: Verrät das erste Geweih den zukünftigen Kapitalhirsch?
- Mario Held

- vor 6 Tagen
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35 cm gegen 5 cm.
Zwei Schmalspießer, gleich alt, aus demselben Revier – und trotzdem liegen Welten zwischen ihren Geweihen. Doch verrät uns dieser Unterschied tatsächlich etwas über den späteren Kapitalhirsch?
Der eine schiebt bereits rund 35 cm lange Bastspieße, der andere bringt es aktuell nur auf etwa 5 bis 6 cm. Zusätzlich wirkt der schwächere Schmalspießer auch im Wildbret etwas geringer.
Die meisten Jäger würden vermutlich sofort eine Entscheidung treffen:
Der starke hat Zukunft. Der schwache gehört selektiv erlegt.
Aber woher wissen wir eigentlich, dass wir damit richtig liegen?
Internationale Studien zeigen durchaus einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Erstlingsgeweihs und der späteren Geweihentwicklung. Schmalspießer mit längeren Spießen entwickeln im Durchschnitt häufig auch in den Folgejahren stärkere Geweihe.

Gleichzeitig zeigen dieselben Untersuchungen aber auch, dass die Entwicklung des ersten Geweihs von vielen Faktoren beeinflusst wird:
Geburtsgewicht
Geburtszeitpunkt
Aufzucht durch das Muttertier
Äsungsangebot
Umweltbedingungen
Die Spießlänge liefert also Hinweise. Sie liefert jedoch keine Gewissheit.
Ein Schmalspießer mit 35 cm Spießen hat statistisch eine höhere Wahrscheinlichkeit, später ein stärkeres Geweih auszubilden. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass er als reifer Hirsch tatsächlich der bessere sein wird.
Genau deshalb wird die Aussagekraft des Erstlingsgeweihs unter Rotwildjägern seit Jahrzehnten diskutiert.
Für mich bleibt deshalb eine spannende Frage:
Kann man die spätere Entwicklung eines Hirsches bereits am Schmalspießergeweih zuverlässig erkennen – oder verwechseln wir hier Wahrscheinlichkeit mit Gewissheit?
Was sind eure Erfahrungen aus der Praxis? Weidmannsheil, Mario von TRAILCAM.at









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